Tag 3 - Eine Orange zu Weihnachten [fr]

Wenn es eine Frucht gibt, mit der man ganz besonders Weihnachten verbindet, dann die Orange. Bis in der 1950er Jahre war die Orange die klassische Zitrusfrucht, die man unter den Weihnachtsgeschenken für französische Kinder fand. Aber woher stammt diese Tradition?

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Zu den Ursprüngen der Tradition, sich zu Weihnachten etwas zu schenken
Schon in der Römerzeit war es Tradition, einander am ersten Tag des Jahres zu beschenken; eine Tradition, die jahrhundertelang beibehalten wurde. Die Weihnachtsgeschenke, wie wir sie heute kennen, sind erst viel später aufgekommen. Nämlich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als in den aristokratischen und bürgerlichen Milieus das Weihnachtsfest zu einem fixen Familienfest wurde. Den Tag, an dem die Geschenke an Kinder verteilt werden, hat man damals mehr und mehr vom ersten Tag des neuen Jahres auf den 25. Dezember verlegt. Und langsam wurde diese Tradition von allen Gesellschaftsschichten übernommen.

Ein Geschenk für bescheidene Haushalte
Aristokratische und bürgerliche Familien beschenkten ihre Kinder reich mit Spielzeug und Büchern. Die meisten französischen Familien aber konnten da nicht mithalten. Kinder aus den ärmeren Familien wurden daher eher mit Süßspeisen, Zuckerbrot und Lebkuchen…. und Orangen verwöhnt.

Eine teure Frucht
Die Orange ist eine Südfrucht, die in heißen Klimazonen gedeiht; in Europa in den südlichen Ländern wie Italien, Spanien und Portugal findet, wie auch in den königlichen Gewächshäusern (den Orangerien). Sie war also selten und teuer, und für Viele damals unerreichbar. In Frankreich verbreitet sich die Tradition, eine Orange zu Weihnachten zu schenken, durch das Aufkommen der Straßenhändler aus Spanien. Für die meisten Familien war das ein äußerst luxuriöses Geschenk, rar und aromatisch, oft in buntes Seidenpapier mit orientalischem Muster eingewickelt.

Das Ende dieser Tradition
Ab den 1950er Jahren führten die niedrigeren Transportpreise und die raschere Lieferung zur Zunahme der Importe exotischer Früchte jeder Art. Die Orange verliert an Seltenheitswert und wird erschwinglicher, bei gleichzeitiger Verbesserung der Kaufkraft der Franzosen. Diese Demokratisierung trägt dazu bei, dass die Orange unter dem Weihnachtsbaum nach und nach von Spielzeug und anderen Geschenken verdrängt wird.

Heute ist die Orange zwar kein Weihnachtsgeschenk mehr, aber ihr einzigartiges Aroma gehört trotzdem zu Weihnachten dazu, ob in den Weihnachtsbäckereien, den herrlichen Gerichten oder im Weihnachtspunsch, … die Orange bleibt ein Bestandteil der Festtage rund um Weihnachten.

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Dernière modification : 28/11/2018

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