Frankreich bleibt Europas Investitionsstandort Nr.1 (Januar 2020)

Rund 200 Wirtschaftsvertreter haben heute die Einladung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron zur dritten Ausgabe von „Choose France“ angenommen - ein Gipfel, bei dem die Regierung für den Standort Frankreich werben und Investitionsprojekte anstoßen möchte. Der Zeitpunkt ist günstig: „Frankreich bleibt Europas führender Produktionsstandort ausländischer Investoren“, so der vor wenigen Tagen veröffentlichte EY-Barometer für die industrielle Attraktivität.

JPEGLaut Studie liegt Frankreich mit 339 neuen Projekten im Jahr 2018 an der Spitze der europäischen Länder, die ausländische Investoren anziehen – weit vor der Türkei mit 203 Projekten und nach wie vor auch vor Deutschland mit 152 Projekten. Großbritannien, lange Zeit an der Spitze dieser Rangliste, ist mit 140 Projekten um 35 Prozent stark gefallen: Der Brexit-Effekt blockiert Unternehmen, die zurzeit nicht über den Kanal investieren wollen, bis sie die neuen Spielregeln kennen. Und so ist Frankreich trotz Streiks und Gelbwestenproteste zum Liebling der Investoren geworden, die an die Zukunft des Industriestandortes und das Know-how der dortigen Player glauben.

Welche Branchen stehen für die französische Attraktivität?
Für EY sind das in erster Linie die Luft- und Raumfahrt-, Marine- und Pharmaindustrie. Diese Sektoren weisen drei der größten Überschüsse auf: 3,4 Milliarden Euro für die Luft- und Raumfahrt, 1,3 Milliarden Euro für den Marinesektor und 1,2 Milliarden Euro für die Pharmaindustrie. Dieser Trend kann sich jedoch in Zukunft ändern. Laut den von EY befragten Investoren wird das Wachstum in Frankreich stärker durch den digitalen Sektor (31%), Energie (28%), grüne Technologien (21%) und Unternehmensdienstleistungen (21%) geprägt sein.

Frankreichs Dreh- und Angelpunkte
Die EY-Studie benennt Dreh- und Angelpunkte, die die Attraktivität Frankreichs mittelfristig erhöhen. Dazu gehören beispielsweise eine an neue Industrieformen angepasste Besteuerung, die Ausbildung der Talente von morgen oder auch intensive Investitionen in neue Technologien. So nimmt Frankreich auch die Position des Spitzenreiters für F&E ein: Mit 144 Projekten im Jahr 2018 - ein Plus von 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr - setzt das Land mehr Projekte um als Deutschland und Großbritannien zusammen.

Welche Regionen sind gefragt?
Im Jahr 2018 waren die ausländischen Industrieinvestitionen hauptsächlich in den Regionen angesiedelt. Nur drei Prozent der neuen industriellen Investitionsprojekte gingen in die Ile-de-France im Großraum Paris. Besonders gefragt waren die Regionen Hauts-de-France und Grand Est im Norden und Osten des Landes sowie die Region Auvergne-Rhône-Alpes im Südosten. Insgesamt entfielen 45 Prozent der Investitionsentscheidungen auf diese drei Regionen. Die Gründe hierfür: die Produktionsstandorte der französischen Industrieführer in den Bereichen Luftfahrt, Schiffbau und Agrar- und Nahrungsmittelindustrie, aber auch hoch entwickelte Beschäftigungs- und Qualifikationspools. Allerdings räumt die Studie auch ein, dass die zahlreichen Projekte im Durchschnitt etwa 30 Arbeitsplätze geschaffen haben – weniger als erwartet. "Trotz geopolitischer Spannungen bin ich davon überzeugt, dass es den Unternehmen gelingen wird, Produktion, Innovation und Beschäftigung in Einklang zu bringen, solange Frankreich ihnen einen Rahmen für Wachstum und Technologie von Weltrang bietet", so Didier Boulogne, Geschäftsführer von Business France für die Region DACH.

Dernière modification : 20/01/2020

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